Wir sind uns oft nicht bewusst, welche Macht unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen haben, denn meistens sind es unterbewusste automatische Prozesse, die in uns ablaufen und die deshalb zu gleichen Ergebnissen führen. Durch die Umdeutung von Gedanken und Gefühlen, lassen sich Schlüsselverhaltensweisen neu programmieren, was uns zu neuen Ergebnissen und Erfahrungen führt.

Was versteht man unter Gedanken?

Mit Gedanken bezeichen wir eine Menge verschiedener geistiger Aktivitäten, darunter Wünsche, Hoffnungen, Pläne, Vorhersagen, Urteile und Erinnerungen. Die Gedanken enthalten oft Worte, können aber auch Bilder, Sprache oder Gerüche sein.

Die meiste Zeit nehmen wir unsere Gedanken nicht wahr, denn sie laufen im Hintergrund ab und helfen uns, Entscheidungen zu treffen und viele Aufgaben automatisch zu erledigen. Manchmal werden wir uns unserer Gedanken bewusst – zum Beispiel, wenn wir versuchen uns an ein bestimmtes Ereignis zu erinnern oder eine bestimmte Aufgabe zu erledigen.

Wie funktioniert unser Verstand?

Intuitiv fühlt sich unser Verstand wie ein zusammenhängendes Ganzes an. Forschungen haben ergeben, dass in unserem Verstand verschiedene Prozessen ablaufen.

  1. Der Autopilot

Dieser steuert all unsere Emotionen und Intuitionen. Diese kognitiven Prozesse finden hauptsächlich in der Amygdala und anderen Teilen des Gehirns statt, die sich evolutionstechnisch schon frühentwickelt haben. Hier werden all unsere täglichen Gewohnheiten gelenkt, notwendige schnelle Entscheidungen getroffen und in gefährlichen Situationen, um Leben oder Tod, z.B. im Kampf mit einem Säbelzahntiger, der Fight oder Flight Modus aktiviert. Heutzutage ist es natürlich nicht mehr der Säbelzahntiger, mit dem wir kämpfen, sondern mit dem Stress unseres modernen Lebens, der uns erstarren, kämpfen oder fliehen lässt. In der Vergangenheit hat uns dieser Prozess geholfen zu überleben, aber die Kampf- oder Fluchtreaktion passt nicht gut zu unserem modernen Leben. Wir haben viele kleine Belastungen, die nicht lebensbedrohlich sind, aber vom  Autopiloten wie ein Tiger behandelt werden. Dies führt zu vielen stressigen Alltagserfahrungen, die unser geistiges und körperliches Wohlbefinden untergraben.

2. Bewusstes Denken

Bewusste Denken ist rational und zentriert sich um den präfrontalen Kortex:, also den Teil des Gehirns, der sich in jüngerer Zeit entwickelt hat, seitdem die Menschen begannen haben, in größeren sozialen Gruppen zusammen zu leben. Dieses Denksystem hilft uns bei der Bewältigung komplexerer mentaler Aktivitäten, wie der Bewältigung von Einzel- und Gruppenbeziehungen, logischem Denken, und dem Erlernen neuer Informationen, sowie Denk- und Verhaltensmuster.

Der Elefant und sein Reiter

Während der Autopilot also keine bewusste Anstrengung erfordert, um zu funktionieren, erfordert das bewusste Denken eine Aktion um es einzuschalten.

Unser Autopilot lässt sich mit einem Elefant vergleichen und das bewusste System ist der Elefantenreiter, denn genauso wie der Elefantenreiter mit dem Elefant überfordert ist, sind auch unsere  Emotionen für unser rationales Denken zu viel. Darüber hinaus bestimmen unsere Intuitionen und Gewohnheiten den größten Teil unseres Lebens, den wir im Autopilot-Modus (= Elefant) verbringen.
Wenn der Elefantenreiter jeden Tag versuchen den Elefant dazu zu bringen, bewusst in die Richtung zu gehen in die er möchte, desto eher wird er das in Zukunft von selber machen. Und genauso können wir mit unserem Gehirn arbeiten, um unseren eigentlichen Zielen näher zu kommen.

Gewiss, der Elefantenteil des Gehirns ist riesig und unhandlich. Er dreht und verändert sich nur langsam, und er stampft bei Drohungen. Aber wir können den Elefanten trainieren und unser bewusstes Denken dafür nutzen, um automatische Denk-, Gefühls- und Verhaltensmuster zu verändern.

Auf diese Weise werden zu Schöpfern unseres Lebens, nehmen unser Leben und unser Glück selbst in die Hand.

Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen beobachten

Manchmal kann es hilfreich sein, den Überblick über unsere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu behalten, besonders wenn wir uns niedergeschlagen und unglücklich fühlen.

Wichtig ist dann inne zu halten, unsere Gedanken und Gefühle  zu fühlen und wahrzunehmen. Im nachfolgenden Schritt sollten Informationen zu diesem Gefühl gesammelt werden, um zu verstehen, wann man dieses Gefühl hat, wann es zum ersten Mal in seinem Leben auftauchte und was die genauen Gedanken und Verhaltensweisen zu diesem Gefühl sind.

Beispiel für dieses Tracking

Wenn ich also meine Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen im Auge behalten würde, könnte ich Folgendes aufschreiben:

  • Uhrzeit: Samstagabend
  • Gedanke: Ich bin allein. Ich bin aus dem Takt mit meinen Freunden.
  • Gefühl: Traurigkeit
  • Verhalten: Isolierend. Keine Freunde anrufen. Nicht zum Telefonhörer greifen. Frust essen: Ich esse ein Eis und eine Tafelschokolade.

Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen ändern

Die Basis um Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen zu ändern ist zu verstehen, dass jeder auf seiner eigenen Insel sitzt, eine eigene Wahrnehmung und Bewertung von Ereignissen und Erlebnissen hat. Jeder denkt, fühlt und handelt aus seiner eigenen Realität heraus. Dies führt dazu, dass unsere Gedanken und Gefühle nicht die „neutrale Realität“ abbilden und im Umkehrschluss davon aus zu gehen ist, dass der gedachte Gedanke unwahr ist und genauso gut auch umgekehrt lauten könnte oder anderen Überzeugungen entspricht. Die erklärte Methode stammt von Byron Katie. Sie litt in ihren 30igern an Depressionen und stellte irgendwann fest, dass nicht die Welt sondern ihre Überzeugungen waren. Daraufhin entwickelte sie „The Work“.

Auf Ihrer Website stellt sie eine kostenlose Materialien zur Verfügung, die dich in deiner Arbeit unterstützen können.

Weitere Tipps & Links*:

Eine gute weitere Methode um sich seiner Gedanken, Gefühle, und Verhaltensweisen bewusst zu werden ist das Meditieren. Eine Einführung ins Meditieren findest du hier.

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Die von mir geschilderten und empfohlenen Methoden beruhen auf persönlichen Recherchen und Erfahrungen und ersetzen keineswegs einen Arztbesuch oder eine therapeutische Behandlung